Leitfaden zur Schulung von Multiplikatoren

In der Mehrzahl der Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen bestehen Richtlinien zur Korruptionsprävention. In diesen Richtlinien werden als wichtige Maßnahmen Aufklärung und Sensibilisierung der Beschäftigten und die Ernennung von Antikorruptions-Beauftragten (AKB) empfohlen. Während viele öffentliche Institutionen inzwischen Anti-Korruptionsstellen oder AKB-Stellen eingerichtet haben, kann von flächendeckender Aufklärung der Beschäftigten nicht die Rede sein.

Das Seminar bietet Antikorruptions-Beauftragten und anderen Interessierten eine solide Grundlage dafür, innerhalb ihrer Dienststelle Grundschulungen zum Thema Korruptionsprävention abzuhalten. Den TeilnehmerInnen werden grundsätzliche Kenntnisse zur Aufklärung und Sensibilisierung vermittelt. Didaktische Fähigkeiten werden gefördert bzw. geweckt und weiterentwickelt. Als ein möglicher Einstieg in eine Schulungsveranstaltung wird eine Schulungs-DVD vorgestellt.

Als Unterlagen erhalten die TeilnehmerInnen ein ausführliches Skript mit einer Literatur-/Medienliste, eine CD mit Grafiken, Tabellen und übersichtlichen Darstellungen von Definitionen, Merksätzen und anderen textlichen Ausführungen, die ihre Schulungen visuell unterstützen, Muster-Gliederungen für einen eintägigen Workshop und eine halbtägige Schulungsveranstaltung.


Seminarziel Sie lernen, eine Schulungsveranstaltung zum Thema Korruptionsprävention zu konzipieren und inhaltlich und didaktisch ansprechend durchzuführen
Teilnehmerkreis Antikorruptionsbeauftragte und interessierte Führungs- und Fachkräfte aus der Anti-Korruptionsstelle, aus den Bereichen Rechnungsprüfung, Innenrevision, Recht, Personal und Organisation
Lehrmethode Impulsreferate, Arbeit in Gruppen, Übungen im Plenum, Kurzvorträge, Fallstudien
Referent  Hans-Georg Nagel, Dozent für Erwachsenenbildung, ehemaliger Leiter Innenrevision und Beratung sowie Antikorruptions-Beauftragter in einem Hamburger Senatsamt
 


Seminar-Programm

Was ist bereits vor einer Schulung zu beachten?

  • Die 7-W-Fragen vorweg und deren Klärung
  • Abstimmung des Schulungskonzepts mit Behörden- und/oder Dienststellenleitung
  • Einbeziehung des Personalrats?

Wie gestalte ich den Einstieg ins Thema Korruptionsprävention?

  • Test – Was ist Ihrer Meinung nach Korruption? (kurze Fälle)
  • Theorieinput (z.B. Begriff und Arten der Korruption, Statistik, Schaden)
  • Deutschland – eine „Bananenrepublik“?
  • DVD- bzw. Videofilm: Aspekte der Korruption

Welche Unterthemen können zur Vertiefung dienen?

  • Straftatbestände Korruption anhand von Fallbeispielen
  • Begleitdelikte von B bis U (Betrug bis Unterschlagung) mit Beispielen
  • Personalrotation – Fürsorgepflicht als Vorbeugung
  • Bedeutung von Regelungen zur Nebentätigkeit
  • Belohnungen und Geschenke – Übersicht und Beispiele
  • Mitteilungspflicht – Vermitteln des Inhalts und der Bedeutung
  • Hinweisgeber und das Kollegialdilemma
  • Korruptionsindikatoren – Bedeutung und Umgang
  • Verhaltensregelungen, Ethikkodex

Welche Fragen könnten auftauchen?

  • Was soll ich machen, wenn ich Kenntnis von Korruption oder einen Verdacht habe?
  • Kann ich als Hinweisgeber sicher sein, dass mein Name nicht bekannt wird?
  • Besteht eine Kronzeugenregelung für Beteiligte?
  • Was heißt „sozialadäquat“ bei Einladungen?
  • Darf ich als Bauamtsmitarbeiter weiterhin an Richtfesten teilnehmen?
  • Ist das Einsammeln von Preisen für die Weihnachtstombola bei Lieferfirmen zulässig? Gibt es eine Wertobergrenze?
  • Wann beginnt die besonders schwere Bestechlichkeit?

Ihr Praxis-Plus für die direkte Umsetzung:

Im Seminar werden diese und andere Fragen behandelt, Gliederungen für Veranstaltungen unterschiedlicher Dauer erarbeitet, Arbeitsunterlagen für Kurzvorträge zur Verfügung gestellt sowie eine „To do“-Checkliste ausgehändigt.